Kandidaten 2012

Roger Schneeberger, Generalsekretär Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD)

Bewilligungspflicht für Türsteher

Roger Schneeberger, Generalsekretär Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD)

Aufgrund einer Schlägerei vor der Zürcher Lambada-Bar erhält die Forderung nach einer Bewilligungspflicht für Türsteher neuen Auftrieb. Um Eskalationen zu vermeiden, will die Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) ein Obligatorium für eine Bewilligung als Türsteher einführen. KKJPD-Generalsekretär Roger Schneeberger spricht sich dafür aus, diese Tätigkeit für Laien zu verbieten und nur «ausgebildete und offiziell zugelassene Türsteher einzusetzen». Auch Richard Senn, Spezialist für Sicherheitsfirmen bei der Kantonspolizei St. Gallen, spricht sich für eine nationale Regelung mit strengen Auflagen aus. Bringen denn staatliche Türsteher-Ausbildungen wirklich mehr Sicherheit?

Willy Haag, Regierungsrat Kt. St. Gallen (FDP), Vorsteher des Baudepartementes

Unsinniger Gewässerschutz: Versetzung einer Ortseingangstafel

Willy Haag, Regierungsrat Kt. St. Gallen (FDP), Vorsteher des Baudepartementes

Fährt man von Goldach nach Rorschacherberg, wird man an der Gemeindegrenze durch eine Ortseingangstafel mit der Aufschrift «Willkommen in Rorschacherberg» begrüsst. Diese Tafel befindet sich am Rande eines Ackers und einen halben Meter neben einem eingedolten Bach, welcher die Strasse unterquert. Anlässlich der Baueingabe der Gemeindeverwaltung für eine neue, moderne Ortseingangstafel wies das St. Galler Baudepartement die Gemeindeverwaltung Rorschacherberg an, die Tafel um 2 Meter zu versetzen. Die Gewässerschutzbestimmungen würden die Einhaltung eines Mindestabstands von 2,5m zu eingedolten Gewässern erfordern. Dass diese Idee, die Tafel künftig 2 Meter in den Acker hineinzuversetzen, den Bauern wenig begeistert, liegt auf der Hand. Dass die Gemeinde seit mittlerweile 3 Monaten auf die Baubewilligung wartet, ist die andere Seite. Ob es hier die Kantonsverwaltung punkto Gewässerschutz nicht etwas übertreibt?

Franz Föhn, Gemeindepräsident Muotathal SZ (SVP)

Massanzüge auf Staatskosten

Franz Föhn, Gemeindepräsident Muotathal SZ (SVP)

An der Gemeindeversammlung vom 12. Dezember 2011 beantragte der Muotathaler Gemeinderat den Stimmberechtigten, im Rahmen des Voranschlags 2012 einen Kredit von Fr. 6‘500.- für «Gemeinderatsbekleidung» vorzusehen. Mit chicen Anzügen wollte die Muotathaler Exekutive dem Image des bärtigen Taleinwohners entgegentreten. Die Gemeindeversammlung lehnte das Ansinnen des Gemeinderates, sich auf Kosten der Steuerzahler neu einzukleiden, ab. Stimmt denn Gottfried Kellers Grundsatz «Kleider machen Leute» nicht mehr?

Uwe Glasl, Chef Dienstleistungen und Hafenverwaltung der Stadt Zürich

Gummipuffer-Verbot an Schiffstegen

Uwe Glasl, Chef Dienstleistungen und Hafenverwaltung der Stadt Zürich

Weil die Boote seiner Gäste durch den Wellengang auf dem Zürichsee teilweise schwer beschädigt wurden, wollte der Pächter des Campingplatzes Wollishofen den Anlagesteg mit Gummipuffern schützen. Der Chef der Hafenverwaltung hatte dafür kein Verständnis: Die Gummipuffer verstossen gegen Art. 10 Abs. 1 der städtischen Schiffstationierungsvorschriften, welche verbieten, «an den vorhandenen Anlagen irgendwelche Änderungen vorzunehmen». Ist die Optik der Schiffstege wichtiger als teure Schäden an den Booten?

Barbara Krattiger, Leiterin Fachstelle für die Gleichstellung von Frau und Mann der Stadt Bern

Sprachleitfaden für die Stadtverwaltung

Barbara Krattiger, Leiterin Fachstelle für die Gleichstellung von Frau und Mann der Stadt Bern

Bereits 1994 hat die Berner Stadtregierung beschlossen, künftig die «sprachliche Gleichbehandlung der Geschlechter» zu verwirklichen. 1998 gab die Fachstelle für Gleichstellung von Frau und Mann einen ersten Sprachleitfaden heraus, der nun erneuert worden ist. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Bern sind angewiesen, konsequent geschlechtergerecht zu formulieren. So gibt es in der Stadt Bern heute keine Fussgängerstreifen mehr, sondern nur noch «Zebrastreifen», Mannschaften werden zu «Teams», Mitarbeitergespräche zu «Beurteilungsgesprächen» und Anfängerkurse zu «Einstiegskursen». Geschlechtsneutral eben. Und jetzt?